Gefahren im Sommer für deinen Hund
Gefahren im Sommer für deinen Hund

Gefahren im Sommer für deinen Hund

Dehydrierung

Wie wir Menschen benötigen auch Hunde an warmen Tagen mehr Flüssigkeit. Auf Gassirunden, die aufgrund der Hitze möglichst in die frühen Morgen- bzw. sehr späten Abendstunden verlegt werden sollten, ist es daher hilfreich, eine Wasserflasche und einen kleinen Reisenapf dabei zu haben. Alternativ kann man natürlich auch Routen wählen, die an fließenden Gewässern vorbei führen, oder man macht gleich einen Ausflug an den Hundestrand – dort bringt das Schwimmen gleichzeitig Abkühlung. Allerdings sollte man beim Badespaß auch darauf achten, dass der Hund nicht zu viel Wasser schluckt. Sonst droht eine Wasservergiftung! Das Wasser sollte außerdem frei von Blaualgen sein, die oft in stehenden Gewässern zu finden sind.

Tipp: Auch ein unbenutzter Kotbeutel eignet sich als Notfall-Wassernapf!

Grannen

Ein Spaziergang im Feld kann schnell zur Gefahr werden: Es lauern im Gras fiese Grannen, die sich mit ihren Widerhaken im Fell des Hundes förmlich festkrallen. Durch ihre zugespitzte Form wandern sie bei Bewegung immer weiter Richtung Haut und können sich durch diese auch hindurch bohren. Nicht selten kommt es auch vor, dass sich Grannen in Nasen- und Gehörgänge “verirren” und dort unentdeckt großen Schaden anrichten. Sollte sich dein Hund also nach einem Spaziergang auffällig oft schütteln oder muss er ständig niesen, unbedingt Grannen im Hinterkopf behalten.

Grannen

Insekten

Auch Insekten sind in dieser Jahreszeit natürlich vermehrt unterwegs, allen voran stechende Vertreter wie Bienen und Wespen. Man sollte dem Hund schon im Welpenalter beibringen, dass er nicht nach fliegenden Tieren zu schnappen hat – auch wenn es anfangs nur harmlose Fliegen sind. Ein Hund unterscheidet nicht zwischen Fliege und Wespe – aber letztere führt im schlimmsten Fall zu fiesen Schwellungen und allergischen Schockreaktionen, wenn sie im Maul landet. Als Sofortmaßnahme gilt es natürlich den eventuellen Stachel (nur bei Bienen) zu entfernen und die Einstichstelle schnell zu kühlen. Mit dem Tierarzt sollte telefonisch abgeklärt werden, wie weiter zu verfahren ist und ob ein Besuch von Nöten ist.

Sonnenbrand

Das Fell des Hundes dient eigentlich als Schutzschild gegen gefährliche UV-Strahlen und sorgt gleichzeitig, im gepflegten und richtig ausgebürsteten Zustand, für eine Klimaregulierung. Allerdings können auch Hunde, wie Menschen, einen Sonnenbrand bekommen. Besonders gefährdet sind Stellen mit wenig Fell, wie ­z. B. der Nasenrücken und die Maulpartie.

Auch geschorene Hunde verlieren nicht nur ihre Temperaturregulierungsfunktion, sondern auch den Schutz vor Sonnenstrahlen und können einen Sonnenbrand bekommen. Zum Schutz sollte auf eine “Sommerschur” (s. Artikel hier: Das Corgi-Fell) verzichtet werden. Sinnvoller ist es, die Unterwolle gründlich auszubürsten. Für Spaziergänge sollten schattige Wege gewählt werden und für sehr empfindliche Hundeschnauzen gibt es sogar spezielle Sonnencreme.

Heißer Asphalt

Asphalt heizt sich im Sommer extrem schnell auf und wird so zur Gefahr für die Hundepfoten. Läuft der Hund zu lange mit ungeschützten Pfoten auf den aufgeheizten Wegen, drohen schlimme Verbrennungen. Mit dem Hand­rücken-Trick lässt sich herausfinden, ob der Boden zu heiß für die Hundepfoten ist: Man legt den Handrücken für etwa 7 Sekunden auf den Asphalt. Ist die Oberfläche zu heiß für die Hand, dann ist sie auch für den Hund zu gefährlich. Generell sollten im Sommer die Gassiwege so gewählt werden, dass der Hund möglichst viel auf Gras oder Erdwegen laufen kann. Hier droht keine Gefahr durch Verbrennung.

Grafik: © FOURPAWS

Hitzschlag

Hunde sollten bei hohen Temperaturen keinesfalls im Auto gelassen werden, das ist hoffentlich jedem bewusst. Auch nach nur ein paar Minuten erhitzt sich das Auto so stark, dass der Tod durch Hitzschlag droht. Doch auch beim normalen Spaziergang kann es passieren, dass der Hund sich mehr zumutet, als der Körper aushält. Hier spricht man von einem anstrengungsbedingten Hitzschlag durch körperliche Belastung. Ein Hitzschlag ist IMMER ein tiermedizinischer Notfall und muss schnellstmöglich behandelt werden.

Grafik: Fotofressnapf.de

Wie erkenne ich einen Hitzschlag?

Die ersten Symptome sind:

  • anhaltendes, starkes Hecheln
  • evtl. vermehrter Speichelfluss
  • Innenseite der Ohren ist stark gerötet und heiß
  • oft ist der Hals lang gestreckt und die Zunge hängt weit heraus
  • Unruhe, Nervosität bis hin zur Panik

Der Hund versucht durch das starke Hecheln verzweifelt seine Körpertemperatur zu senken. Er wird versuchen aus eigenem Antrieb einen kühlen, schattigen Platz aufzusuchen. Ist dies nicht möglich, weil er z. B. in der Sonne angebunden oder im Auto eingesperrt ist, wird sich sein Zustand dramatisch verschlechtern, es kommt zum Hitzschlag:

  • die Atmung wird schneller und flacher (Tachypnoe)
  • Herzrasen (Tachykardie) tritt auf
  • starke Rötung (hellrot) der Schleimhäute und der Zunge
  • das Tier wird zunehmend apathisch (teilnahmslos)
  • das Tier zeigt taumelnde Bewegungen, Gleichgewichtsstörungen
  • evtl. begleitet von Erbrechen und/oder blutigem Durchfall
  • die Körpertemperatur steigt auf über 40 °C
  • Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie)

Der Hitzschlag führt unbehandelt zum völligen Kreislaufkollaps. Das Tier befindet sich im Schockgeschehen:

  • die Schleimhäute verfärben sich bläulich, es kommt zu Zittern und Krämpfen

Es folgen:

  • Bewusstlosigkeit
  • Koma
  • Tod des Hundes

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Hitzschlag

Der Hund muss sofort an einen kühlen, schattigen Ort gebracht werden. Das Ziel ist es, die Körpertemperatur wieder zu senken. Dies kann mit frischem oder fließendem Wasser (Gartenschlauch) geschehen. Achtung: NIEMALS eiskaltes Wasser verwenden, sonst droht der Kreislaufkollaps! Zur Abkühlung gut geeignet sind hingegen feuchte, kühle Handtücher, die auf den Hund gelegt werden können. Das Wasser beginnend an den Beinen und Pfoten langsam über den Hund fließen lassen, danach langsam weiter Richtung Unterbauch und Nackenbereich. Eine zu schnelle Abkühlung belastet den Kreislauf! Ist der Hund bei Bewusstsein, Wasser anbieten. Bitte kein Wasser einflößen, der Hund muss selbstständig trinken! Und natürlich das Allerwichtigste: Den Hund so schnell wie möglich zum Tierarzt bringen! Informiert den Tierarzt oder die Klinik telefonisch. So können sich die Ärzte optimal auf euch vorbereiten!

Ein paar Möglichkeiten die Hitze im Sommer für deinen Hund erträglicher zu machen findest du in diesem Beitrag „Sommer, Sonne, selbst gemacht„.

Nadine Pfeiffer


Fotos: © Frech-Fuchs Photographie / Janine Huber

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