Das Corgi Fell
Das Corgi Fell

Das Corgi Fell

Rassegerechter Umgang bei Fell mit Unterwolle

Die Tehmen Bürsten sowie die Fellbeschaffenheit sind gerade bei Corgi-Neubesitzern, eine Herausforderung. Die Angebotspalette der Bürsten tut ihr übriges. Viele Hundebesitzer, egal welcher Rasse, entscheiden sich dann oftmals dazu, ihren langhaarigen Hund abzuscheeren, aber warum? Sie argumentieren von Hygiene und einem praktischeren Alltag bis hin zu dem Gedanken, dass der Hund im Sommer ’schwitzt‘ und es zum Hitzestau kommt. Keiner dieser Rechtfertigungen stützten sich auf einen rassegerechten Umgang mit einem solchen Hundefell.

Wie das Hundefell aufgebaut ist

Haut und Haar bilden das Fell deines Vierbeiners. Es schützt unsere Corganten vor allem aber vor äußeren Einflüssen und ist u.a. für die Sinneswahrnehmung sowie für die Temperatur- und Immunregulation zuständig.

Grafik: © Frech-Fuchs / Janine Huber

Funktionen der Hundehaare

Das Grannenhaar (Deckhaar), ist in seiner Struktur lang und fest und dient dem Schutz gegen äußere Einflüsse. Egal ob bei Sonne, Wind, Wasser oder auch beim raufen mit dem besten Hundekumpel – eine intakte Fellstruktur ist äußerst wichtig. Die Unterwolle ist dagegen weich und etwas kürzer bzw. dichter. Sie sitzt dicht an der Haut und schützt diese vor allem gegen Kälte. Beide Schichten wechseln zyklisch. Die Haare fallen also in bestimmten Abständen aus und erneuern sich. Beim Corgi ist das „gefühlt“ 356 Tage im Jahr… Diesen beiden unterschiedlichen Fellstruckturen bilden also von Natur aus eine ideale Schutzfunktionen. Ein perfektes Zusammenspiel und eine optimale Isolierschicht gegen Wärme und Kälte.

Eine Schur unserer Corgis führt also IMMER dazu, dass das Deckhaar in der Regel komplett zerstört wird und somit seine Schutzfunktion für die eigentlich recht empfindliche Hundehaut verliert. Die Unterwolle alleine kann diese Funktion nicht erfüllen und saugt sich bei Nässe nur voll und bleibt feucht – perfekter Nährboden für Parasiten und Hautkrankheiten. Aggressive Sonnenstrahlen bahnen sich ebenso ihren Weg auf bis auf die empfindliche Corgihaut. Teils kann man eine Strukturveränderung des Fells beobachten, Büschelwuchs ist die Folge und die Unterwolle verdrängt regelrecht das geschmeidig, schützende Deckhaar – der Hund „verwollt“.

Achtet gut auf das Fell eurer hübschen Plüschpoppos – man kann das Fell bei falscher Handhabe wirklich dauerhaft, enorm Schädigen. Also immer fein Bürsten, Bürsten, Bürsten.

Woran erkennt man den Fellwechsel!? Ganz einfach, es liegt sozusagen ‚Neuschnee‘ in eurer Wohnung 😉 … bereits beim einfachen Streicheln habt Ihr die Hand voll von Corgi-Glitter! Wenn ihr ganz leicht durch zupfen bereits Büschelweise diese Haare in der Hand habt, wird es Zeit für eine ausgiebige Bürststunde.

Die Bürstenarten

v.l.n.r. im Bild: Drathbürste, Striegel, Kamm mit rotierenden Zinken, Entfilzungskamm
BürstenartEinsatz
Alltagsbürste – Drahtbürste
(Hier von: Moser – Zupfbürste Gr. M)
Wahlweise auch kombiniert mit weichen Borsten auf der Rückseite! Weiche Bürsten sind gut für Welpen zum Eingewöhnen des Kemmrituals Extra einen „Welpenkamm“ zu kaufen ist in der Regel nicht notwendig. Zur Entfernung von losen Haaren, Verfilzungen und Schmutz.
Striegel mit scharfen Klingen
Mit Vorsicht nutzen – und eher beim Fellwechsel einzusetzen! Nicht für Welpenfell!
(Hier von: TRIXIE – Universal Striegel 5 x 18 cm)
Zum einfachen Entfilzen und Ausdünnen. Kleine Verfilzungen werden vorsichtig aus dem Fell geschnitten und entfernt. Deckhaar und Unterwolle werden dabei geglättet.
Alltagskamm
(Hier von: TRIXIE – Fellentwirrer/Kombi-Kamm 22 cm)
Kamm mit rotierenden, abgerundeten Zinken, dringt gut durch die Felldichte, ohne dabei zu ziepen.
Entfilzungskamm („Furminator“)
Mit Vorsicht nutzen – ständiger Gebrauch damit, kann die Fellstruktur schädigen! Nicht für Welpenfell.
(Hier von: TRIXIE – Carding-Striegel 7 x 15 cm)
Zur Entfernung abgestorbener Haare und loser Unterwolle, sowie zur Beseitigung von Verfilzungen.

Wann habe ich genug gebürstet?

Das Perfekte „Sommer(haar)kleid“ habt ihr im ürbigen dann erreicht, wenn ihr durch leichtes Pusten in das Fell oder durch zur Seite legen des Deckhaares die Haut vom Hund sehen könnt und sie eben nicht von der dichten Unterwolle verdeckt wird.

Janine Huber


© Fotos + Grafiken: Frech-Fuchs Photographie

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