Pfoten- und Krallenpflege beim Hund
Pfoten- und Krallenpflege beim Hund

Pfoten- und Krallenpflege beim Hund

Entspannt dremeln – Schritt für Schritt

Die richtige Pfotenpflege bei unseren vierbeinigen Freunden ist eines der wichtigsten Themen für viele Hundebesitzer – gleich nach dem Thema Futter und Fellpflege. Klar also, dass der Markt auch hier von Produkten überschwemmt ist. Doch braucht man wirklich alles? Ich zeige euch kurz und knapp, wie ihr mit nur 5 min. pro Woche topp gepflegte Hundekrallen bekommt. Ihr braucht also eine Pfotenhaarschere, einen Dremel, Geduld und eine gewisse Bestimmtheit – d.h. Dinge zu tun, weil man sie tun will (Stichwort: Hundesprache und Hund-Mensch-Beziehung)!

Wir benutzen:

v.l.n.r. im Bild

  • Pfotenhaarschere: TRIXIE
  • Krallenschere: TRIXIE (Haben wir nur in der Welpenzeit benutzt, bis wir Vincent an den Dremel gewöhnt haben.)
  • Dremel: Oster

Ich wurde von der Firma „Oster“ oder „TRIXIE“ nicht gesponsert oder bezahlt. Es sind einfach Produkte mit denen wir seit 2 Jahren gute Erfahrungen gemacht haben.

Das Einfachste also zuerst. Schneidet einfach das überschüssige Fell. Quasi das Fell, was sich beim flachen Aufstellen der Pfote „umknickt“ ab. Das reicht in der Regel schon vollkommen aus. Nun zum Dremeln.

Wann sind die Krallen eig. zu lang?

Die Krallen sind eindeutig zu lang, wenn ihr ein stetiges Klappern auf dem Parkett, Steinfußboden, Asphalt vernehmt. Wir wollen also dass, die Krallen am Ende so ausehen, wie auf dem folgenden Bild.

Prüfe also im Stand ob die Krallen deines Hundes minimal über dem Boden schweben (blau eingekreist) – sieht es nicht so aus, wird es Zeit für die Krallenpflege.

Traning im Welpenalter beginnen

Fangt das training – sofern möglich – am besten direkt im Welpenalter an „Lernen: Ganz spielerisch, nebenbei“. Berührt euren Welpen bei jeder Gelegenheit – an den Pfoten, am Bauch, einfach überall (nicht hektisch). Das ist generell eine gute Übung, damit sich der Hund alles entspannt gefallen lässt, z.B. bei Arztbesuchen. Haltet die Pfoten auch mal für ein paar Sekunden länger fest. Dieses Training funktioniert natürlich genauso mit adulten Tieren. Die Zauberworte heißen Geduld und viele Wiederholungen.

Den Dremel „erklären“

Fangt nun bitte nicht an, in „Baby-Sprache“ dem Hund mit dem Dremel vor der Nase rumzufuchteln oder ihn gar aus dem Tiefschlaf dafür zu reißen – um JETZT zu dremeln und ihm erklären zu wollen dass, das Ganze total harmlos ist. Ist es nämlich nicht – zumindest aus Hundesicht! Es ist schon ein recht seltsames Gefühl für euren kleinen Schatz, seid euch dessen bewusst. Es vibriert an den Krallen und durch die ganze Pfote. Es ist laut, der feine Krallenstaub riecht komisch und dann wird man auch noch festgehalten.

Wie gehe ich es an?

Kurz zurück zum verbalen Erklärenwollen (also wieder „Menschendenken“ für den Hund). Redet gar nicht groß um das ‚Grusel-Teil‘ drum herum. Packt es zum Abend beim Filmgucken einfach mal mit auf den Tisch. Nehmt den Dremel, kurz an, wieder aus – gar nichts weiter zum Hund sagen oder ihn gar beachten. Ein Handy, was vibriert, erklärt ihr eurem Hund schließlich auch nicht. Steigert diese Momente, immer und immer wieder. Nicht in tausend „Primas“ und „Feinis“ ausarten. Ruhig und bestimmt sollt ihr sein – dann orientiert sich der Hund auch an euch. Und daran denken: „spielerisch nebenbei“. Macht da keinen Krampf oder Kampf draus. Wenn ihr auch diesen Schritt wieder steigern konntet, kann man vielleicht mal auf einer kleinen Stufe ein, zwei Krallen angehen. Entweder hilft jemand mit und lenkt den Hund mit Leckerlie ab oder ihr gebt dem Hund einfach etwas, wo er zwangsläufig beschäftigt ist (Kauohr, Rinderohr, Kong mit Hundeleberwurst, Pferdesehne, etc.).

Die richtige Form

Das Dremeln selbst bringt tolle Vorteile. Man schneidet die Krallen nicht nur einfach ab – oft entstehen hierbei nämlich unsaubere Schnitte, die z.B. ein Einreißen der Krallen verursachen – sondern wir feilen sie rund und verschließen die Kralle regelrecht.

  • Krallen, je nachdem wie lang sie sind, wie schnell sie wachsen und wo das Leben beginnt, im Durchschnitt 1x die Woche um ca. 2-3 mm kürzen
  • danach beschreibt man eine Art „V“ (s. Grafik: blau eingekreist)
  • anschließend feilst du die Kanten noch einmal schön rund – am besten auf niedriger Stufe

Ich weiß, dass das manchen Hunden schwieriger zu „erklären“ ist und viele damit Probleme haben. Wenn ihr aber wirklich geduldig und bestimmt seid (nicht unsicher oder zarghaft), dann bekommt das jeder hin. Traut euch einfach, der Hund stirbt nicht davon, wenn ihr ihn auch mal festhaltet – und es einfach angeht. Sie lernen ganz schnell, dass nichts passiert. Daher nutzen wir auch keine Krallenschere mehr. Diese, egal wie scharf sie sind, quetschen das Leben in der Kralle. Und das ist den Hunden meist viel unangenehmer, als auf dem Schoß bei etwas Lärm entspannen zu lernen.

Janine Huber

Mein ‚erstes‘ YouTube Video zum Thema:
Da das Thema Krallenpflege immer wieder ein großes Thema ist, dachte ich mir, dieses Video kann sicher etwas helfen. Vincent ist ja nun oft auf Ausstellungen und da brauchen wir immer Top gepflegte Pfoten, somit ist das dremeln natürlich komplett Routine bei uns. Im Video zeige ich euch auch welche Form die Krallen haben sollen.

Info zum Video: Falls sich jemand wundert warum mein Vincent so viel rötliches Fell zwischen den Pfoten hat, denen möchte ich mitteilen, dass er durch einen fürchterlichen Allergieschub lange wunde Pfoten hatte (höchtswahrscheinlich ausgelöst durch billiges Dosenhuhn). So langsam erneuert sich das Fell wieder… und mehr und mehr weiß kommt wieder zurück. Daher schneide ich das Fell im Moment tiefer ab als es sonst sein müsste! Mehr Schutz d.h. das Fell länger lassen, ist zwischen den Ballen also durchaus Korrekt – keine Sorge also ich weiß was ich tue ;-P … Bei Gelegenheit werde ich zu dem Thema sicher auch mal einen Beitrag bringen.


Grafiken & Fotos: © Frech-Fuchs Photographie

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