Der Hundefutter-Dschungel
Der Hundefutter-Dschungel

Der Hundefutter-Dschungel

Stand aktualisiert am 01.06.2021 – Ich versuche diese Seite möglichst aktuell zu halten und neue Erkenntnisse die sich herausstellen einzuarbeiten.

So behältst du den Überblick!

Wer sich heutzutage dazu entscheidet, einen Hund bei sich aufzunehmen, wird zwangsläufig mit der Frage konfrontiert: „Und? Was füttert ihr?“ Die Frage um die Ernährung des Hundes gleicht heute einer Glaubensfrage, denn lange sind die Zeiten von Frolic, Chappi, Pedigree und Co. vorbei. Heute soll „gutes“ Futter in den Napf. Doch wie erkennt man „gutes“ Hundefutter und was macht „schlechtes“ Hundefutter schlecht?

Genau wie bei Lebensmitteln für den menschlichen Verzehr sind auch Hundefutterhersteller dazu verpflichtet, die Bestandteile ihres Futters auf die Verpackung zu drucken und nach prozentualem Anteil zu sortieren. Heißt: Die Zutat, die an erster Stelle steht, ist am meisten enthalten, gefolgt von der Zutat mit zweithöchstem Anteil etc.

Normalerweise wäre somit das Studieren der Zutatenliste relativ einfach. Leider sind einige Hersteller „clever“ und verwenden Oberbegriffe für bestimmte Zutaten, so dass der Käufer Schwierigkeiten hat, hinter die Fassade dieser Begriffe zu schauen. Oder wüsstest du spontan, was sich hinter „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ verbergen kann? Wir haben mal die Deklaration einer sehr bekannten Futtermarke als Beispiel herangezogen und uns die Inhaltsstoffe genauer angeschaut.

Foto: Frolic
  • Getreide (u.a. 4% Mais, 4% ganzer Weizen)
    Getreide wird hier als allererste Zutat genannt. Das Futter besteht also wahrscheinlich zum größten Teil aus billigen Füllstoffen, hier wurde auch nicht genau aufgelistet, um welches Getreide es sich genau handelt. Lediglich „unter anderem 4% Mais und 4% Weizen“.
  • Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (u.a. 4% Rind, u.a. 4% frisches Fleisch)
    Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse an zweiter Stelle. Leider auch nur insgesamt 4% Anteil von FRISCHEM Fleisch, die anderen 4% Rind können JEDES Teil vom Rind sein: Hufe, Hörner, Euter, etc. Die restlichen Prozente Nebenerzeugnisse werden nicht aufgelistet, d.h. es könnte jedes andere Tier mit verarbeitet worden sein. Für Allergikerhunde problematisch, wenn z.B. Huhn nicht vertragen wird, aber durch die undurchsichtige Deklaration nicht ausgeschlossen werden kann.
  • Öle und Fette (u.a. 0.25% Fischöl, 0.4% Sonnenblumenöl)
    Hier auch wieder: „unter anderem“. Aus was bestehen die anderen Prozente? Ohne detaillierte Deklaration unmöglich zu erkennen.
  • pflanzliche Eiweißextrakte
    Von welchen Pflanzen? Erbsen? Bohnen? Wichtig für Allergiker!
  • pflanzliche Nebenerzeugnisse (u.a. 2% getrocknete Rübenschnitzel)
    u.a. 2% getrocknete Rübenschnitzel – billiger Füllstoff und vor allem problematisch wegen des Zuckergehalts.
  • Mineralstoffe
    Leider auch hier keine genaue Auflistung.
  • Gemüse (4% Karotten, 4% Bohnen)

Ihr seht, dass es mit so einer vagen Deklaration unmöglich ist, genau zu erkennen, was da eigentlich im Futternapf und vor allem im Hund landet. Deswegen würde ich immer zu einem Futter raten, bei dem die Inhaltsangabe so detailliert wie nur möglich ist.

Ein Beispiel wäre das Nassfutter von der Firma „Matz & Möter“, hier die Sorte “Rindfleisch an Gemüse”:

Foto: Matz & Möter
  • 65% Frischfleisch ausschließlich vom Rind (bestehend aus Muskelfleisch 40%, fleischigem Schlund sowie einem geringen Anteil Innereien bestehend aus Rinderlunge, Rinderherz und Rinderleber)
    Man erkennt hier schon deutlich den Unterschied zu dem vorangegangenen Futter mit „Fleisch und tierischen Nebenerzeugnissen“. Es wurde darauf geachtet, so genau wie möglich zu beschreiben, aus WAS genau das Fleisch besteht. Wichtig hier auch die Verwendung des Begriffes „Frischfleisch“, denn „Fleisch“ ist nicht gleich „Fleisch“ (siehe Übersicht Zusammensetzungen unten).
  • frisches Gemüse und Kräuter (Kartoffeln, Möhren, Zucchini, Löwenzahn, Petersilie, Thymian)
    Auch hier erkennt man sofort, welche Sorte von Gemüse und Kräutern verwendet wurde.
  • Leinsamen
  • Voll-Ei mit Schale (Freilandhaltung)
  • Öl
    Leider wurde nicht deklariert welches Öl, aber da der Rest der Zutaten in Ordnung erscheint, kann man darüber hinwegsehen.

Hinweis: Das nachfolgende Trockenfutter von Bosch ist ein etwas besseres Trockenfutter. Dennoch möchten wir an der Stelle erwähnen, dass Sorten die eine Deklaration wie SOFT haben, oder eben weicher sind, oft sog. Weichmacher beinhalten (leider). Sollte dein Hund also empfindlicher sein, mit seiner Verdauung oder dem Magen Probleme haben, Allergien haben oder etwas an solchem Futter generell nicht vertragen, dann wechsel am besten zu einer Futtersorte die dir ein Tierarzt empfiehlt – und sich mit dir und dem Hund auseinandersetzt. Stellenweise gibt es diese Futtersorten sogar auf Rezept (keine Sorge das bedeutet nicht das ihr dann jedes mal zum Tierarzt rennen müsst oder das es teurer wird). Vet Concept bietet hier z.B. auch ganz tolle Produkte (natürlich auch ohne Rezept).

Beispiel für besseres Trocken-/Halbfeuchtes Futter von der Firma „BOSCH“, hier die Sorte „SOFT – Hühnchen und Banane“:

Foto: BOSCH
  • Frisches Huhn (min. 60 %)
    Futter mit einer tierischen Proteinquelle
    Hier ist zwar viel „frisches Huhn“ enthalten – das kann in dieser Deklaration aber auch bedeuten, dass eben das ganze Huhn verarbeitet wurde. Also auch die Innereien, Schnabel, Füße etc. die Definition „Fleisch“ fehlt mir hier. Zudem handelt es sich ja um Trockenfutter – frisches Fleisch besteht im Normalfall bis zu 80% aus Wasser. (s. weiter unten Deklaration zu Wörtern wie Frisch, Frisches Fleisch, Frisches XYZ-Tier: Übersicht „Zusammensetzungen“)
  • Kartoffelstärke
    Aus Kartoffeln extrahierte Stärke, bindet Wasser. Bei Hunden, die oft zu weichem Stuhl neigen, ideal.
  • Kochbanane (getrocknet, min. 8 %)
    Kochbanane enthält viermal mehr Protein, Vitamin A und Eisen als die normale Banane. Sie hat deshalb für den Organismus wichtige Vorteile.
  • Kartoffeleiweiß
    Ist eine hochwertige Eiweißkomponente, die bei der Kartoffelstärkeproduktion als Nebenprodukt anfällt (gute Aminosäurenzusammensetzung).
  • Proteinhydrolysat
    Die Hydrolyse ist ein normaler Vorgang und geleichzusetzen mit der Aufspaltung der Nahrung im Magen und Darm des Hundes. Proteinhydrolysat klingt zugegebenermaßen nicht natürlich, in der Chemie wird der Prozess so genannt. Das Proteinhydrolysat ist gleichzusetzen mit vorverdauter Nahrung – im Speziellen: vorverdaute Proteine. Da die Proteine im Proteinhydrolysat „vorverdaut“ und zerkleinert sind.
  • Erbsen (getrocknet)
    günstiger Füllstoff – leider ohne Prozentangabe
  • Zellulosefasern
    Auch Cellulose, ist für den Darm extrem wichtig, da die Cellulose ein optimaler Ballaststoffträger ist und die Nahrung für die Darmbakterien bildet.
  • Flohsamenschalen, Chicoreepulver
    Sind gute Ballaststoffträger und fördern das allgemeine Wohlbefinden in der Verdauungsregulation.
  • Hefe (getrocknet)
    Ist Eiweiß- und Vitamin-Lieferant (vor allem B1 – wichtiger Bestandteil für die Immunabwehr und unterstützt die Ausbildung eines dichten und schönen Fells).
  • Natriumchlorid
    Zwei lebensnotwendige Mineralstoffe, die hauptsächlich in Verbindung miteinander – als Natriumchlorid (Kochsalz), mit der Nahrung aufgenommen werden.
  • Glucosamine, Chondroitinsulfat
    Unterstützen den Aufbau und die Funktionsfähigkeit von Knorpeln und Gelenken, Sehen und Bänder und können für starke Knochen sorgen. Reiche Glukosmaninquelle (u.a. in Grünlippmuschel) – beschleunigt die Bildung von Proteoglykanen und Collagen. Wirkt so unterstützend bei beschädigten oder abgenutzten Knorpeln. Chondroitin ist ebenfalls ein Konorpelbestandteil, die bioaktive Form ist das Chondroitinsulfat – wirkt im Bindegewebe als „Stoßdämpfer“. Knorpel werden nicht durchblutet, sondern erhalten ihre Nährstoffe aus der Gelenksflüssigkeit, die bei Bewegung förmlich in den Knorpel eingelaufen wird.
  • Yucca-Extrakt
    Kann oder soll angeblich Kotgeruch reduzieren. Ein etwas unnötiger Zusatz.

Weniger sollte mehr sein

Ein Problem sehen wir jedoch immer öfter. Und zwar die Menge der Inhaltsstoffe – ein Kräuterchen mit 0,02 % hier, dass nächste Öl mit 1 % da. Alles keine schlechten Zutaten (s. BOSCH) – also warum empfinden wir das als problematisch!? Nun, aus dem einfachen Grund: Bei Hunden treten immer öfter Probleme wie Umweltallergien, Futterallergien oder Futterunverträglichkeiten auf – sie haben Hautprobleme, Magen-Probleme und einen allgemein, unausgeglichenen Gesamtzustand. Nun gilt es als erstes, herauszufinden was das Problem ist.

Schließe als erstes aus, dass „du“ nicht das Problem bist. Hunde sind sehr empathisch – geht es dir nicht gut, geht es deinem Hund nicht gut. Reflektiere. Kannst du das ausschließen, können wir uns um das Futter kümmern. Denn nun gilt es herauszufinden, was dein kleiner Liebling nicht verträgt. Bei Futtersorten mit extrem vielen Inhaltsstoffen, hat man nun das Problem, ein Futter zu finden, was all diese Inhaltsstoffe NICHT beinhalten.

Du siehst viel, hilft nicht immer viel. Allergien oder Unverträglichkeiten können ein sehr Komplexes Thema sein, welches wir an anderer Stelle noch einmal genauer ausführen werden. Hier ist ein Beispiel für ein Futter mit wenigen, aber dafür hochwertigen Inhaltsstoffe – wenn auch erst auf den zweiten Blick, aber das erklären wir euch natürlich.

Beispiel für gutes Trockenfutter von der Firma „VetConcept“, hier die Sorte „DOG SANA Büffel“:

Foto: VetConcept
  • Gemüse (Süßkartoffel getrocknet)
    Hauptbestandteil als Kohlenhydratlieferant hier Süßkartoffel (perfekt wenn Hunde beispielsweise Getreide nicht vertragen) leicht verdaulich
  • Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (Büffelfleischmehl)
    Eine Proteinquelle – Fleischmehl, vor allem wie hier mit der benannten Tierart ist eine hochwertige, sehr proteinreiche Zutat für ein Trockenfutter (mehr dazu weiter unten: Fleischmehl).
  • Öle und Fette
    Leider nicht deklariert was für ein Öl und welche Fette
  • Saaten (Leinsamen)
  • Pflanzliche Nebenerzeugnisse (Cellulose)
    Reste der Pflan­zen­ver­wer­tung
  • Mineralstoffe
  • Algen (Chlorella vulgaris)
    Vitalstoffe aus der Alge sollen den Stoffwechsel fördern und somit das Wohlbefinden eines sensiblen Hundes unterstützen.
  • Hefe extrahiert getrochnet (Quelle für MOS)
    Zucker­ver­bin­dun­gen, werden als Nah­rungs­er­gän­zung bei­ge­mischt. MOS (Mann­a­noli­gosac­charide) soll eine posi­tive Wirkung auf den Bak­te­ri­en­be­satz im Darm haben.

Prozentangaben fehlen mir bei diesem Futter leider generell.

Fleischmehl – zu Unrecht unterschätztes Protein

Am Beispiel von VetConcept – Dog Sana Büffel

Büffelfleischmehl in der Zusammensetzung klingt für die meisten erst einmal nicht so toll. Viele denken sicher, Fleischmehl ist kein richtiges Fleisch. Ich sehe hier einen der Größten Irrtümer überhaupt beim Trockenfutter. Davon mal ab, das im Trockenfutter so oder so KEIN Frischfleisch enthalten sein kann. Das Fleisch wird entweder vor oder während der Verarbeitung getrocknet. Bedeutet also das enthaltene Fleisch wurde bereits auf mind. 100 Grad erhitzt, getrocknet und dann als Pellet gepresst. Für das Endprodukt ist dies quasi unrelevant.

Stellen wir also eine kleine Rechnung auf:
Zutatenliste z.B.: enthält mind. 30 % frisches „…fleisch“
(anschließend keine weitere Auflistung von Fleisch)

Dies wäre also ein Futter, welches NICHT mit einem hohen Fleischgehalt zu bewerten wäre! Denn 30% Frischfleisch, bestehen aus bis zu 80% Wasser!

Das beduetet im Umkehrschluss das 20 % reines Fleischmehl für ein Trockenfutter gar nicht mal so schlecht wären.

Aufpassen: Tiermehl ist nicht gleich Fleischmehl

Ein wenig anders ist es bei Tiermehl, also zum Beispiel „Geflügelmehl“ ohne das Wort Fleisch dazwischen. Das bedeutet nämlich das in diesem Mehl das gesamte Tier enthalten ist, also auch Schnäbel, Federn, Klauen und andere billige Füllstoffe. Natürlich darf auch Fleischmehl einen gewissen Anteil Knochen enthalten – hier müsste man den Kalzium und Rohaschegehalt auf der Verpackung genauer betrachten. Also ein Kalziumgehalt über 1,3% und ein Rohaschegehalt über 7% weisen womöglich darauf hin, dass viel Knochen enthalten sein können.

Neben der Zutatenliste und der Reihenfolge der Inhaltsstoffe ist es also auch sehr wichtig, einen Blick auf die Analysedaten des Futters zu werfen. Ein sogenanntes Alleinfuttermittel ist so zusammengestellt, dass es dem Hund im besten Fall an nichts fehlt, wenn es um Vitamine und Mineralien geht. Eine gute Richtlinie gibt nachfolgende Auflistung für Trockenfutter (adulte Hunde).


Trockenfutter-Inhaltsstoffe (für erwachsene Hunde)

Rohprotein:
mindestens 18% (üblich sind 20–26%)
(Auf hochwertige Proteinquelle in den Zutaten achten, am besten Muskelfleisch!)

Rohfett:
mindestens 5% (üblich sind 6–17%)
(Wichtige essenzielle Fettsäuren, die der Hund im Körper nicht selbst herstellen kann und den notwendigen Energiebedarf deckt. Hoher Fettanteil erhöht Energiegehalt des Futters)

Rohasche:
unter 10% (üblich sind 4.7–8.7%)
(Rohasche ist der Anteil eines Futters, der übrig bleibt, wenn man es bei sehr hohen Temperaturen verbrennt. Wert gibt Auskunft über enthaltene Mineralien. Hoher Rohaschegehalt weist auf Verarbeitung von vielen Knochen oder Federn hin, welche schwer verdaulich sind! )

Rohfaser:
mindestens 1% (üblich sind 2-4.5%)
(Unverdauliche Pflanzenbestandteile, Ballaststoffe, sorgen für gute Kotkonsistenz)

Trockenfutter-Zusatzstoffe (Vitamine und Mineralstoffe), pro 100 g:

  • Kalzium 0.8 – 1.2 g
  • Phosphor 0.6 – 0.9 g
  • Natrium 0.4 – 0.6 g
  • Vitamin A 850 – 1700 IE
  • Vitamin D 85 – 170 IE
  • Vitamin E 8 mg

(Quelle: Ernährung des Hundes. Grundlagen, Fütterung, Diätetik, von Helmut Meyer, Jürgen Zentek)

Welpenfutter

Bei Welpenfutter gilt grundsätzlich, dass jedes Futter, welches explizit als Welpenfutter deklariert wird, alle wichtigen Inhaltsstoffe für ein gesundes Wachstum enthält. Welpenfutter enthält meist mehr Rohfett, da junge Hunde mehr Energie benötigen, außerdem idealerweise ein Calcium-Phosphor-Verhältnis von 1,2-1,5:1. So wird eine Über- oder Unterversorgung mit Calcium vermieden und für gesundes Wachstum gesorgt.

TIPP: Die Umstellung vom Welpen- auf Adultfutter erfolgt je nach Endgröße des Hundes zu unterschiedlichen Zeitpunkten, beim Corgi ist das in etwa mit 10-12 Monaten.

Barfen bitte niemals unter 12 Monaten beginnen, s. Artikelende.

Es gibt auf dem Markt nicht den heiligen Gral, DAS perfekte Hundefutter. Neben den Inhaltsstoffen kommt es nämlich vorrangig darauf an, wie dein Hund das Futter verträgt! Bei Unverträglichkeiten wie Juckreiz, Blähungen, zu häufiger Kotabsatz und Durchfall sollte auf jeden Fall das Futter gewechselt werden – egal, wie „gut“ es klingt.

Futterumstellung

Bei der Umstellung auf ein neues Produkt ist zudem zu beachten, dass man schrittweise vorgeht, um Verdauungsstörungen vorzubeugen. Hierbei gibt es jedoch auch Unterschiede (Verpackungsbeschreibung genau lesen und auch an deren Maßangaben halten!).

Beim Wechsel vom Junior- auf das Adultprodukt desselben Herstellers gibt es meistens am wenigsten Probleme. Dennoch sollte eine Übergangsphase von etwa einer Woche (Untermischen des neuen Futters in steigenden Anteilen) eingehalten werden.

Futterempfehlungen

Nassfutter:

  • Matz & Möter
  • MjamMjam
  • Terra Canis
  • Rinti (aber genau auf die Inhalte achten)
  • Pfotenliebe
  • MACs
  • Granatapet
  • Goood
  • NutriCanis
  • Reico

Wichtiger Hinweis:
Nicht bei allen Marken egal ob Nass- oder Trockenfutter, sind alle Sorten durchweg gleich gut, daher wirklich auf die Inhaltsstoffe achten!

Trockenfutter:

  • Real Nature Crafted Choice
  • Bosch
  • VetConcept
  • Granatapet
  • Josera
  • Goood
  • Lotties Häppchen
  • Wildes Land
  • WOW
  • NutriCanis

Hier noch ein paar Zusammenfassungen für so manche u.U. merkwürdig klingenden Zusammensetzungen.

Übersicht „Zusammensetzungen“

Für tierische Nahrungsquellen:

  • (fri­sches) Fleisch (ent­we­der nur als Fleisch oder auch Huhn, Rind etc.): Bezeich­net fri­sches oder ent­spre­chend haltbar gemach­tes Fleisch warm­blü­ti­ger Land­tiere, wie es in der Roh­masse zuge­ge­ben wird. Durch den hohen Flüs­sig­keits­ver­lust bei der Ver­ar­bei­tung sinkt möglicherweise der hier ange­ge­bene Pro­zent­wert in der Tro­cken­masse stark.
  • Fleisch (min. X% von Y): Bezeich­net fri­sches oder ent­spre­chend haltbar gemach­tes Fleisch, wie es in der Roh­masse zuge­ge­ben wird. Die min. X% geben den Min­dest­an­teil von Fleisch des Tieres X an. Damit eine Sorte nach einem Tier benannt werden darf, müssen mindestens 4% Fleisch von diesem Tier enthalten sein.
  • Fleisch­mehl: Mehl vom Fleisch (s. oben). Es hat den Vorteil, dass es bei der Ver­ar­bei­tung kaum noch Flüs­sig­keit ver­liert. Es gibt also kaum Unterschiede zwischen Roh- und Trockenmasse.
  • (Geflügel-)Protein (getrocknet)/ Tierisches Eiweiß (hydro­ly­siert): Bezeich­net das reine Protein des Flei­sches, aber ohne das Fleisch selbst.
  • Tie­ri­sche Nebenerzeugnisse/Fleischnebenerzeugnisse: Bezeich­net im Prinzip alles, was vom Tier stammt, aber kein reines Fleisch ist, bspw. Innereien, Knochen und Fell.
  • Fisch und Fisch­ne­ben­er­zeug­nisse: frische oder haltbar gemachte Fisch­erzeug­nisse jeder Art sowie die Neben­er­zeug­nisse aus ihrer Ver­ar­bei­tung.
  • Milch und Mol­ke­rei­er­zeug­nisse: frische oder haltbar gemachte Milch­er­zeug­nisse jeder Art sowie die Neben­er­zeug­nisse aus ihrer Ver­ar­bei­tung.
  • Ei und Eier­er­zeug­nisse: frische oder haltbar gemachte Eier­er­zeug­nisse jeder Art sowie die Neben­er­zeug­nisse aus ihrer Ver­ar­bei­tung.

Für pflanzliche Nahrungsquellen:

  • Öle und Fette: alle tie­ri­schen sowie pflanz­li­chen Öle und Fette, die für die Hun­de­nah­rung zuge­las­sen sind.
  • Getreide: geschlos­sene Dekla­ra­ti­on, kann jede Getrei­de­sorte in jeder Form meinen.
  • Mais/Reis/Gerste/Weizen u.ä.: Offene Dekla­ra­ti­on von Getreide.
  • Mais­kle­ber: Wird als Bin­de­mit­tel für die Roh­masse ver­wen­det, reiner Bal­last­stoff.
  • Rüben-(trocken-)schnitzel/ Rübenmelasse(-schnitzel): Fällt bei der Her­stel­lung von Zucker aus Zucker­rü­ben ab, fun­giert als Bin­de­mit­tel für die Roh­masse. Liefert Vitamine, enthält Zucker.
  • Pflanz­li­che Neben­er­zeug­nisse: Reste der Pflan­zen­ver­wer­tung, alles, was nicht direkt das Korn oder die Frucht der Pflanze ist.
  • Pflanz­li­che Eiweiß­ex­trakte: Pflanz­li­che Erzeug­nisse mit min­des­tens 50% Roh­pro­tein (in der Tro­cken­masse), kann künst­lich ange­rei­chert oder umstruk­tu­riert sein.
  • Inulin und Ligno­zel­lu­lose: Gehören zu den pflanz­li­chen Neben­er­zeug­nis­sen. Nahezu unverdaulich, können aber posi­ti­ven Effekt auf die Ver­dau­ung haben. Steigern den Rohfasergehalt im Futter, senken ab einer gewissen Menge die Verdaulichkeit. Der Hund kann mehr von so einem Futter fressen, ohne dick zu werden. Wird deswegen gerne in Diät­fut­ter­mit­teln ein­ge­setzt.
  • FOS/MOS und andere: Ver­schie­dene Zucker­ver­bin­dun­gen, werden als Nah­rungs­er­gän­zung bei­ge­mischt. Beson­ders FOS (Fruc­too­li­gosac­charide) und MOS (Mann­a­n-Oli­gosac­charide) sollen eine posi­tive Wirkung auf den Bak­te­ri­en­be­satz im Darm haben.

(Quelle: https://vitaler-hund.de/ernaehrung/­deklaration-von-fertigfuttermitteln/)

BARF

Und wen das Thema BARFen (biologisch artgerechtes rohes Futter – die Methode orientiert sich an Fressgewohnheiten von Wildhunden, insbesondere Wölfen) interessiert, der sollte die anderen Artikel im Auge behalten. Wir bereiten hierzu eine separate Rubrik vor, es gibt an der Stelle einfach zu viel zu beachten. Und doch ist es eine tolle Alternative auch für Allergikerhunde. Wir hoffen, der Hundefutter-Dschungel hat sich mit diesem Beitrag für euch etwas gelichtet.

Nadine Pfeiffer
Janine Huber


© Titel-Foto: Nadine Pfeiffer
© Grafiken: Frech-Fuchs Photographie
soweit nicht anders angegeben

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für den Beitrag zum Thema Hundefutter. Mein Bruder informiert sich gerade zu Tiernahrung, weil er einen Hund adoptieren möchte. Gut zu wissen, dass auch Hundefutterhersteller genau angeben müssen, aus welchen Bestandteilen das Futter besteht.

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